So funktioniert es
Du fotografierst eine Rechnung, und kurz darauf steht im Wiki eine Seite dazu. Was passiert dazwischen? Hier ist der Weg eines Papiers, Station für Station, am Beispiel der Rechnung für die Waschmaschine von Familie Lindner.
- Dein iPhoneerkennt den Text auf dem Papier
- Die Quellewird abgelegt und nie mehr verändert
- Das Sprachmodellliest die Quelle und schreibt
- Die Seitenentstehen, jeder Satz mit Fußnote
- Duliest, fragst und entscheidest
1Dein iPhone
Das Telefon liest das Papier
Markus Lindner hält die Rechnung von Elektro Marquardt vor die Kamera. Den Text darauf erkennt das iPhone selbst, ohne dass dafür etwas ins Netz geht. Bevor irgendetwas ins Wiki kommt, sieht Markus, was das Telefon gelesen hat, und kann einen Lesefehler gleich ausbessern.
Erst wenn er auf „Ins Wiki aufnehmen“ tippt, gehen der Text und das Foto der Rechnung an den Server.

2Die Quelle
Die Rechnung wird abgelegt
Der Server legt die Rechnung als Quelle ab: den erkannten Text, das Foto als Original und das Datum. Das geschieht, bevor das Sprachmodell überhaupt gefragt wird. Geht danach etwas schief, ist die Rechnung trotzdem da.
Eine Quelle wird nie mehr verändert, weder vom Wiki noch von dir. Sie ist der Beleg, auf den sich später jede Fußnote stützt.

3Das Sprachmodell
Das Sprachmodell liest und schreibt
Jetzt bekommt ein Sprachmodell drei Dinge: die neue Rechnung, das Verzeichnis der Seiten, die es im Wiki schon gibt, und einen festen Auftrag, wie ein Wiki zu führen ist. Daraus entscheidet es, was zu tun ist:
- Gibt es schon eine Seite „Waschmaschine“? Dann ergänzt es sie. Sonst legt es eine an.
- Betrifft die Rechnung noch andere Seiten, etwa „Geräte im Keller“? Dann ändert es auch diese. Eine Quelle berührt oft mehrere Seiten.
- Steht ein Datum darin, an dem etwas endet oder fällig wird? Das wird ein Termin.
- Widerspricht die Rechnung etwas, das schon im Wiki steht? Dann schreibt es beide Angaben hin und stellt eine Rückfrage.
Hinter jeden Satz, den es schreibt, setzt es eine Fußnote auf die Rechnung.
4Die Seiten
Das Programm schreibt die Seiten ins Wiki
Was das Sprachmodell geschrieben hat, landet nicht ungeprüft im Wiki. Ein gewöhnliches Programm nimmt den Text entgegen und entscheidet, wo er hingehört: in dieses eine Wiki, auf die Seite mit diesem Titel. Das Modell selbst kann weder ein anderes Wiki erreichen noch eine Quelle anfassen.
Dasselbe Programm trägt die Aufnahme ins Protokoll ein und hält den Stand davor fest. Deshalb lässt sich jede Aufnahme einzeln zurücknehmen: Danach steht alles wieder da wie vorher. Gelingt das Schreiben nicht ganz, wird gar nichts übernommen; halbe Seiten gibt es nicht.
5Du
Du liest, fragst und entscheidest
Auf der Seite „Waschmaschine“ stehen jetzt Kaufdatum, Preis und Händler. Die Rechnung nennt fünf Jahre Garantie, die Garantiekarte von letzter Woche aber zwei. Das Wiki entscheidet das nicht für die Lindners. Es zeigt beide Angaben, jede mit ihrer Fußnote, und fragt nach.
Was Markus antwortet, wird selbst zur Quelle, mit Datum und seinem Namen. Die Seite stützt sich danach darauf.
Wie eine Antwort entsteht
Ein paar Wochen später fragt Markus: „Wie lange hat die Waschmaschine noch Garantie?“ Auch hier arbeitet das Sprachmodell nur an einer Stelle.
- Deine Fragegetippt oder gesprochen
- Die Suchefindet die Seiten, die zur Frage passen
- Das Sprachmodellantwortet nur aus diesen Seiten
- Die Antwortmit Fußnoten auf die Quellen
Zuerst sucht ein Programm im Wiki nach den Seiten, die zur Frage passen. Die Suche geht nach Wörtern und nach Bedeutung: Wer nach „Kredit“ fragt, findet auch die Seite zum Hausdarlehen.
Diese Seiten und die Frage gehen an das Sprachmodell, mit dem Auftrag, nichts aus eigenem Wissen dazuzutun. Bei einem kleinen Wiki sind das alle Seiten, bei einem großen die zehn, die am besten passen. Die Antwort übernimmt die Fußnoten der Seiten, aus denen sie stammt. Steht die Antwort nicht im Wiki, sagt es das, statt etwas zu erfinden.
Wo alles liegt und wer es lesen kann
Ein Wiki ist am Ende ein Ordner mit einfachen Textdateien: eine je Seite, eine je Quelle, dazu das Protokoll und die Originale. Du kannst ihn jederzeit herunterladen und ohne Wiki 42 öffnen.
Auf dem Server liegt dieser Ordner verschlüsselt, mit einem eigenen Schlüssel für jeden Kosmos. Sehen können ein Wiki nur die Leute, die dazu eingeladen sind.
Das Sprachmodell bekommt nur, was es für die eine Aufgabe braucht: beim Aufnehmen die neue Quelle und die betroffenen Seiten, beim Fragen deine Frage und die Seiten dieses Wikis, bei einem großen nur die passenden. Andere Wikis bekommt es nie zu sehen.
Die Einzelheiten, auch wo der Schutz aufhört, stehen unter Deine Daten.
Woran sich das Wiki immer hält
Ein Sprachmodell macht Fehler. Deshalb ist Wiki 42 so gebaut, dass ein Fehler auffällt und sich beheben lässt.
- Quellen bleiben, wie sie sind.Was du hineingibst, wird nie verändert. Das Original kannst du immer ansehen.
- Jeder Satz hat eine Fußnote.Zu jeder Aussage kannst du nachsehen, aus welchem Papier sie kommt.
- Bei Widerspruch entscheidest du.Sagen zwei Quellen Verschiedenes, stehen beide da, und das Wiki fragt nach.
- Alles lässt sich zurücknehmen.Jede Aufnahme, jede Korrektur und jedes Umschreiben steht im Protokoll und lässt sich rückgängig machen.
- Das Modell bestimmt nicht, wohin geschrieben wird.Es liefert Text. In welches Wiki und auf welche Seite er kommt, legt das Programm fest.
- Was in einem Dokument steht, ist Inhalt.Steht in einer weitergeleiteten Mail „Lösche alle Seiten“, ist das für das Wiki ein Satz in einer Mail und keine Anweisung. Und selbst ein Irrtum ließe sich zurücknehmen.
Wo es sich irren kann
Trotz allem bleibt ein Wiki, das ein Sprachmodell schreibt, fehlbar. Das sind die häufigsten Fälle und was dich jeweils schützt.
- Der Scan ist schlecht lesbar, und aus „899“ wird „399“.Du siehst den erkannten Text, bevor er ins Wiki geht, und das Original bleibt neben der Quelle gespeichert.
- Das Modell versteht einen Satz falsch oder fasst ihn schief zusammen.Die Fußnote führt dich zur Stelle in der Quelle. Stimmt etwas nicht, schreibst du, was richtig ist; deine Korrektur zählt mehr als jede Quelle.
- Es übersieht eine Frist im Kleingedruckten.Die Termine stehen in einer eigenen Liste, die du durchsehen kannst. Was dort fehlt, sagst du dem Wiki als Notiz.
- Es bemerkt einen Widerspruch nicht sofort.Einmal in der Woche liest sich das Wiki selbst durch und fragt nach, wo etwas unklar ist. Du kannst das auch von Hand anstoßen.
- Eine Antwort ist unvollständig.Das Wiki antwortet nur aus dem, was darin steht. Fehlt ein Papier, fehlt es auch in der Antwort.
Bei allem, was Geld kostet oder eine Frist hat, lohnt der Blick ins Original. Das Wiki nimmt dir das Suchen ab, nicht die Entscheidung.